Kostenloser Erbvertrag Vorlage
Ein Erbvertrag ist eine verbindliche erbrechtliche Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Personen. Nutzen Sie unsere kostenlose Vorlage als Entwurfsgrundlage — notarielle Beurkundung ist erforderlich.
| NAME | Heinrich Bergmann |
| ANSCHRIFT | Am Rheinufer 15, 50668 Koeln |
| GEBURTSDATUM | 20. Maerz 1950 |
| GEBURTSORT | Koeln |
| NAME | Elisabeth Bergmann, geb. Hofmann |
| ANSCHRIFT | Am Rheinufer 15, 50668 Koeln |
| GEBURTSDATUM | 8. Juli 1953 |
| GEBURTSORT | Bonn |
| BEZIEHUNG / ROLLE | Ehegatten seit 12. Mai 1978 |
1. Martin Bergmann, geb. 14. Juni 1982, wohnhaft Beethovenstrasse 22, 50674 Koeln 2. Katharina Schulte-Bergmann, geb. 27. Februar 1985, wohnhaft Bachstrasse 8, 50676 Koeln
Die Pflichtteilsansprueche dieser Abkoemmlinge gemaess §§ 2303 ff. BGB bleiben von diesem Vertrag ausdruecklich unberuehrt.
Die Vertragsparteien setzen sich gegenseitig zu Alleinerben ein. Nach dem Tode des Laengerlebenden erben die gemeinsamen Kinder Martin Bergmann (geb. 14.06.1982) und Katharina Schulte-Bergmann (geb. 27.02.1985) zu je 1/2.
Diese Erbeinsetzung erfolgt als vertragsmaessige Verfuegung im Sinne von §§ 2278, 2279 BGB. Sie ist bindend und kann nur nach den Bestimmungen dieses Vertrages, durch einvernehmliche Aufhebung (§ 2290 BGB) oder durch gesetzlich zugelassene Anfechtung (§ 2281 BGB) beseitigt werden.
Die Sammlung antiker Moebel (Gutachten 2023, Wert ca. 85.000 EUR) wird als Vorausvermaechtnis dem Sohn Martin Bergmann zugewendet. Das Diamant-Collier (Sparkasse-Tresor Nr. 4421) wird der Tochter Katharina Schulte-Bergmann als Vorausvermaechtnis zugewendet.
Die Vermaechtnisse sind aus dem Nachlass des jeweiligen Erblassers zu erfuellen. Sie stellen ebenfalls vertragsmaessige Verfuegungen dar (§ 2278 BGB), soweit sie in diesem Vertrag ausdruecklich als solche gekennzeichnet sind.
Die Erben haben die gemeinsame Grabstelle auf dem Melaten-Friedhof Koeln fuer die Dauer von dreissig (30) Jahren zu pflegen und jaehrlich eine Spende von 500 EUR an das Kinderhospiz Balthasar Olpe zu leisten.
Berechtigt zur Vollziehung sind die Miterben, ein Testamentsvollstrecker sowie die durch die Auflage begueterten Personen (§ 2194 BGB).
Jeder Vertragsteil behaelt sich das Recht vor, einzelne Gegenstaende des persoenlichen Gebrauchs (Kleidung, Schmuck, persoenliche Erinnerungsstuecke) durch spaeteres einseitiges Testament abweichend von diesem Erbvertrag zu regeln.
Lebzeitverfuegungen bleiben gemaess § 2286 BGB grundsaetzlich frei. Der Erblasser kann zu Lebzeiten ueber sein Vermoegen wie bisher verfuegen; beeintraechtigende Schenkungen in der Absicht, den Bedachten zu schaedigen, koennen jedoch nach § 2287 BGB vom Bedachten nach Eintritt des Erbfalles zurueckgefordert werden.
Ruecktrittsgruende:
Ein Ruecktritt ist insbesondere zulaessig, wenn ein Vertragsteil vom anderen grob beleidigt oder koerperlich misshandelt wird oder wenn der Bedachte eine Straftat gegen den Erblasser oder dessen nahe Angehoerige begeht.
Der Ruecktritt ist gegenueber der anderen Vertragspartei durch notarielle Erklaerung zu bewirken (§ 2296 BGB); bei Vorbehalt kann er auch durch eigenes (notarielles) Testament ausgeuebt werden (§ 2297 BGB). Die gesetzlichen Ruecktrittsgruende der §§ 2294, 2295 BGB bleiben unberuehrt.
Gesetzlicher Rahmen: Der Erblasser kann seine vertragsmaessigen Verfuegungen nur unter den Voraussetzungen des § 2281 BGB anfechten (Irrtum, widerrechtliche Drohung, Uebergehung eines erst spaeter hinzugekommenen Pflichtteilsberechtigten). Die Anfechtung erfolgt durch notariell beurkundete Erklaerung gegenueber dem Nachlassgericht innerhalb der Jahresfrist des § 2283 BGB.
Die Parteien koennen diesen Erbvertrag jederzeit einvernehmlich durch notariell beurkundeten Aufhebungsvertrag (undsect; 2290 BGB) aufheben.
Gesetzlich: Gemaess § 2290 BGB kann der Erbvertrag nur durch einen neuen notariellen Aufhebungsvertrag aufgehoben werden, den die urspruenglichen Vertragsparteien persoenlich schliessen. Fuer Ehegatten gilt die Sonderregelung des § 2292 BGB (Aufhebung durch gemeinschaftliches Testament).
Die Vertragsparteien bestaetigen durch ihre Unterschrift die vorstehende notarielle Beurkundung sowie die ausfuehrliche Belehrung durch den Notar.
Was ist ein Erbvertrag?
Ein Erbvertrag ist ein Vertrag, durch den der Erblasser letztwillige Verfuegungen trifft, die im Gegensatz zum Testament bindend sind (§§ 2274 ff. BGB). Er muss notariell beurkundet werden und kann von Ehegatten, Lebenspartnern, aber auch von nicht verwandten Personen geschlossen werden — im Gegensatz zum gemeinschaftlichen Testament.
Der Erbvertrag bindet den Erblasser an seine Verfuegungen — er kann vertragsgemaesse Verfuegungen grundsaetzlich nicht einseitig widerrufen oder aendern (§ 2289 BGB). Diese Bindungswirkung ist der wesentliche Vorteil gegenueber dem Testament: Der Vertragspartner erhaelt Sicherheit, dass die Verfuegung bestehen bleibt.
Typische Anwendungsfaelle: Absicherung des Lebenspartners bei unverheirateten Paaren (die kein gemeinschaftliches Testament errichten koennen), Unternehmensnachfolge mit Gegenleistungspflichten, Pflegevereinbarungen („Pflege gegen Erbe") und internationale Erbfaelle. Der Erbvertrag kann auch einseitige Verfuegungen enthalten, die nicht vertragsmaessig und daher frei widerruflich sind.
Was diese Vorlage enthaelt
Unsere Erbvertrag-Vorlage dient als Entwurfsgrundlage fuer die notarielle Beurkundung.
Vertragsparteien
Vollstaendige Personalien aller Vertragsparteien mit Staatsangehoerigkeit und Familienstand.
Erbeinsetzung
Vertragsgemaesse Einsetzung des Vertragserben mit Erbquote oder als Alleinerbe.
Vermaechtnis
Optionale Zuwendung bestimmter Gegenstaende oder Geldbetraege als vertragsgemaesses Vermaechtnis.
Auflage
Optionale Auflagen fuer den Erben — z. B. Grabpflege, Versorgung von Angehoerigen.
Gegenleistung
Vereinbarung ueber Gegenleistungen des Vertragserben — z. B. Pflege, Unterhaltszahlungen, Unternehmensfuehrung.
Ruecktrittsvorbehalt
Optionaler Ruecktrittsrecht des Erblassers bei bestimmten Voraussetzungen (§ 2293 BGB).
Aenderungsklausel
Regelung, unter welchen Umstaenden der Vertrag einvernehmlich geaendert werden kann.
Pflichtteilsverzicht
Optionaler Pflichtteilsverzicht des Vertragspartners mit oder ohne Abfindung.
So erstellen Sie einen Erbvertrag
In fuenf Schritten zu Ihrem Erbvertrag-Entwurf.
- 1
Parteien eingeben
Tragen Sie die Personalien aller Vertragsparteien ein.
- 2
Erbrechtliche Verfuegungen treffen
Legen Sie Erbeinsetzung, Vermaechtnis und Auflagen fest.
- 3
Gegenleistungen vereinbaren
Definieren Sie optionale Gegenleistungspflichten des Vertragserben.
- 4
Schutzklauseln konfigurieren
Waehlen Sie Ruecktrittsvorbehalte und Aenderungsklauseln.
- 5
Entwurf pruefen und herunterladen
Laden Sie den Entwurf als PDF herunter und bringen Sie ihn zum Notar.
Rechtliche Hinweise
Ein Erbvertrag unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen.
Diese Vorlage dient als Entwurfsgrundlage. Ein Erbvertrag bedarf zwingend der notariellen Beurkundung bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Parteien (§ 2276 BGB).
Geprueft fuer deutsches Recht
Notarielle Beurkundung (§ 2276 BGB)
Der Erbvertrag muss bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile notariell beurkundet werden. Ohne Beurkundung ist der Vertrag nichtig. Der Erblasser muss persoenlich erscheinen — eine Vertretung ist nicht moeglich. Die Kosten richten sich nach dem Nachlasswert.
Bindungswirkung (§ 2289 BGB)
Vertragsgemaesse Verfuegungen koennen vom Erblasser nicht einseitig durch Testament widerrufen werden. Spaetere letztwillige Verfuegungen, die das Recht des Vertragserben beeintraechtigen, sind unwirksam. Der Erblasser kann aber zu Lebzeiten frei ueber sein Vermoegen verfuegen — er darf es verbrauchen, verschenken (mit Einschraenkungen) oder ausgeben.
Ruecktritt (§§ 2293-2295 BGB)
Der Erblasser kann vom Erbvertrag zuruecktreten, wenn ein vertraglich vorbehaltener Ruecktrittsgrund vorliegt (§ 2293 BGB), der Vertragserbe sich einer Verfehlung schuldig macht (§ 2294 BGB) oder wenn die Gegenleistung aufgehoben wird (§ 2295 BGB). Der Ruecktritt bedarf der notariellen Beurkundung.
Anfechtung (§ 2281 BGB)
Der Erbvertrag kann wegen Irrtums, arglistiger Taeuschung oder Drohung angefochten werden. Zusaetzlich ist eine Anfechtung wegen Uebergehung eines Pflichtteilsberechtigten moeglich, der erst nach Vertragsschluss geboren wurde. Die Anfechtung erfolgt gegenueber dem Nachlassgericht.
Haeufig gestellte Fragen
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