Kostenloser Aufhebungsvertrag Vorlage
Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhaeltnis einvernehmlich ohne Kuendigungsfrist. Nutzen Sie unsere kostenlose Vorlage fuer einen rechtssicheren Aufhebungsvertrag nach deutschem Arbeitsrecht — sofort als PDF herunterladen.
(a) Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (§ 158 Abs. 1 SGB III): Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages kann als versicherungswidriges Verhalten eingeordnet werden und eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen beim Arbeitslosengeld (ALG I) zur Folge haben; in dieser Zeit ruht der Anspruch, die Anspruchsdauer verkuerzt sich zudem um die Dauer der Sperrzeit (§ 148 SGB III). Nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes (z.B. drohende rechtmaessige betriebsbedingte Kuendigung mit Einhaltung der Kuendigungsfrist und Abfindung im Rahmen § 1a KSchG) entfaellt die Sperrzeit.
(b) Meldepflicht (§ 38 Abs. 1 SGB III): Der / Die Arbeitnehmer/in ist verpflichtet, sich spaetestens drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses — bei weniger als drei Monaten zwischen Kenntnis und Beendigung unverzueglich innerhalb von drei Tagen — persoenlich bei der Agentur fuer Arbeit arbeitsuchend zu melden. Ein Verstoss kann zu einer Minderung des Arbeitslosengeldes fuehren.
(c) Ruhen des Arbeitslosengeldes bei Abfindung (§ 158 SGB III): Zahlt der Arbeitgeber eine Abfindung und wird das Arbeitsverhaeltnis vor Ablauf der ordentlichen Kuendigungsfrist beendet, kann das Arbeitslosengeld bis zum fiktiven Ablauf dieser Frist ruhen.
(d) Anwaltliche / steuerliche Beratung: Dem / Der Arbeitnehmer/in wird ausdruecklich empfohlen, sich vor Unterzeichnung dieses Aufhebungsvertrages rechts- und steuerberatend beraten zu lassen, insbesondere zu Auswirkungen auf Arbeitslosengeld, Rentenansprueche, Steuerlast und etwaige bestehende Darlehen / Riester-Vertraege.
Faelligkeit: Die Abfindung wird zum 30. September 2025 faellig und auf das vom / von der Arbeitnehmer/in angegebene Bankkonto ueberwiesen.
Steuerliche Behandlung: Die Abfindung kann unter den Voraussetzungen des § 34 Abs. 1 und 2 Nr. 2 EStG (sogenannte Fuenftelregelung) als ausserordentliche Einkuenfte begueenstigt besteuert werden, sofern sie in einem Veranlagungszeitraum zufliesst und zu einer Zusammenballung von Einkuenften fuehrt. Sozialversicherungsbeitraege fallen auf eine echte Abfindung fuer den Verlust des Arbeitsplatzes grundsaetzlich nicht an (§ 14 Abs. 1 SGB IV, Beitragsverfahrensverordnung). Dem / Der Arbeitnehmer/in wird ausdruecklich empfohlen, vor Auszahlung steuerlichen Rat einzuholen.
Aenderungen am vereinbarten Zeugnisentwurf beduerfen der schriftlichen Zustimmung beider Parteien. Der Arbeitgeber uebergibt das qualifizierte Zeugnis auf dem Geschaeftsbriefpapier spaetestens am Beendigungstag.
Anfechtung: Das Recht zur Anfechtung dieses Vertrages wegen arglistiger Taeuschung oder widerrechtlicher Drohung (§ 123 BGB) bleibt unberuehrt. Der / Die Arbeitnehmer/in versichert, dass er / sie den Vertrag ohne Druck und nach ausreichender Bedenkzeit unterzeichnet (vgl. BAG 6 AZR 845/11 zur Sittenwidrigkeit bei Druckausuebung).
Salvatorische Klausel: Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so bleibt die Wirksamkeit der uebrigen Bestimmungen unberuehrt; an die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt eine wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck am naechsten kommt.
Anwendbares Recht: Es gilt ausschliesslich deutsches Recht. Gerichtsstand ist der Sitz des Arbeitgebers, soweit gesetzlich zulaessig (§ 48 ArbGG).
Ort und Datum: Berlin, den 1. Juli 2025
Was ist ein Aufhebungsvertrag?
Ein Aufhebungsvertrag (auch Aufloeungsvertrag) ist eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Arbeitsverhaeltnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden. Im Gegensatz zur Kuendigung bedarf er keiner Kuendigungsfrist, keines Kuendigungsgrundes und keiner Betriebsratsbeteiligung. Er unterliegt dem Grundsatz der Vertragsfreiheit (§ 311 Abs. 1 BGB).
Der Aufhebungsvertrag muss gemaess § 623 BGB zwingend schriftlich geschlossen werden — eine muendliche Vereinbarung oder eine Vereinbarung per E-Mail ist unwirksam. Beide Parteien muessen auf derselben Urkunde unterschreiben. Der Arbeitnehmer hat kein gesetzliches Widerrufsrecht, es sei denn, der Vertrag wurde unter unfairen Bedingungen (z. B. Ueberrumpelung) zustande gekommen.
Aufhebungsvertraege werden haeufig bei Fuehrungskraeften, betriebsbedingten Trennungen oder bei Arbeitgebern eingesetzt, die eine lange Kuendigungsfrist umgehen moechten. Fuer den Arbeitnehmer kann ein Aufhebungsvertrag Vorteile bieten (Abfindung, gutes Zeugnis), birgt aber auch Risiken wie eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
Was diese Vorlage enthaelt
Unsere Aufhebungsvertrag-Vorlage deckt alle wesentlichen Regelungen ab.
Parteien und Arbeitsverhaeltnis
Vollstaendige Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Position, Eintrittsdatum und bisheriger Vertrag.
Beendigungszeitpunkt
Festlegung des genauen Datums, an dem das Arbeitsverhaeltnis endet — unabhaengig von Kuendigungsfristen.
Abfindungsregelung
Optionale Abfindungszahlung mit Betrag, Faelligkeitsdatum und steuerlicher Hinweisklausel (§ 24, § 34 EStG).
Freistellung
Regelung zur widerruflichen oder unwiderruflichen Freistellung unter Fortzahlung der Verguetung und Anrechnung von Resturlaub.
Resturlaub und Ueberstunden
Klare Regelung zum Umgang mit offenen Urlaubstagen und Ueberstundenguthaben — Abgeltung oder Freizeitausgleich.
Arbeitszeugnis
Vereinbarung ueber die Art des Zeugnisses (qualifiziert), die Mindestnote und ggf. einen Zeugnisentwurf.
Wettbewerbsverbot
Optionale Regelung zu nachvertraglichen Wettbewerbsbeschraenkungen mit Karenzentschaedigung gemaess §§ 74 ff. HGB.
Geheimhaltung und Rueckgabe
Verpflichtung zur Vertraulichkeit ueber Geschaeftsgeheimnisse und Rueckgabe aller Arbeitsmittel und Unterlagen.
Sperrzeit-Hinweis
Ausdruecklicher Hinweis auf moegliche Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (§ 159 SGB III) zur Erfuellung der Aufklaerungspflicht.
Ausgleichsklausel
Erledigungsklausel, mit der beide Parteien auf weitere Ansprueche aus dem Arbeitsverhaeltnis verzichten.
So erstellen Sie einen Aufhebungsvertrag
In fuenf Schritten zu Ihrem professionellen Aufhebungsvertrag.
- 1
Parteien und Verhaeltnis eingeben
Tragen Sie die Daten beider Parteien, die Position und den Beginn des Arbeitsverhaeltnisses ein.
- 2
Beendigungsdatum festlegen
Waehlen Sie das Datum der Beendigung. Beachten Sie bei der Wahl moegliche Auswirkungen auf Kuendigungsfristen und Sperrzeit.
- 3
Abfindung und Freistellung konfigurieren
Legen Sie die Abfindungshoehe fest und entscheiden Sie, ob eine Freistellung erfolgen soll.
- 4
Zusatzregelungen waehlen
Konfigurieren Sie Resturlaub, Ueberstunden, Zeugnis, Wettbewerbsverbot und Geheimhaltung nach Bedarf.
- 5
Pruefen und herunterladen
Ueberpruefen Sie alle Angaben in der Live-Vorschau und laden Sie den Aufhebungsvertrag als PDF herunter.
Rechtliche Hinweise
Bei der Erstellung eines Aufhebungsvertrags sind folgende rechtliche Aspekte zu beachten.
Diese Vorlage dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Fuer eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung wenden Sie sich an einen zugelassenen Rechtsanwalt.
Geprueft fuer deutsches Recht
Schriftformerfordernis (§ 623 BGB)
Der Aufhebungsvertrag bedarf zwingend der Schriftform. Beide Parteien muessen eigenhaendig auf derselben Urkunde unterschreiben. Eine elektronische Form (E-Mail, Fax) ist ausgeschlossen. Ein formunwirksamer Aufhebungsvertrag ist nichtig.
Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (§ 159 SGB III)
Die Agentur fuer Arbeit kann eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen verhaengen, wenn der Arbeitnehmer durch den Aufhebungsvertrag seine Arbeitslosigkeit selbst herbeifuehrt. Ausnahmen bestehen bei drohender betriebsbedingter Kuendigung, Einhaltung der ordentlichen Kuendigungsfrist und angemessener Abfindung (max. 0,5 Monatsgehaelter pro Beschaeftigungsjahr).
Gebot fairen Verhandelns (BAG)
Nach der Rechtsprechung des BAG darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht unter Druck setzen oder ueberrumpeln. Wird der Aufhebungsvertrag unter unfairen Bedingungen geschlossen (z. B. ohne Bedenkzeit, unter Drohung), kann er wegen Verstoesses gegen das Gebot fairen Verhandelns unwirksam sein (BAG, 07.02.2019 — 6 AZR 75/18).
Steuerliche Behandlung der Abfindung
Abfindungen sind steuerpflichtig, aber unter bestimmten Voraussetzungen nach der Fuenftelregelung (§ 34 EStG) beguenstigt. Voraussetzung ist, dass die Abfindung in einem Veranlagungszeitraum gezahlt wird und eine Zusammenballung von Einkuenften vorliegt. Sozialversicherungsbeitraege fallen auf Abfindungen grundsaetzlich nicht an.
Besonderer Kuendigungsschutz
Auch bei einem Aufhebungsvertrag ist Vorsicht geboten, wenn der Arbeitnehmer besonderen Kuendigungsschutz geniesst (Schwangerschaft, Elternzeit, Schwerbehinderung, Betriebsrat). Zwar bedarf der Aufhebungsvertrag keiner Zustimmung einer Behoerde, der Arbeitnehmer verzichtet jedoch auf seinen Schutz.
Haeufig gestellte Fragen
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