Kostenlose Vorlage: Kündigung durch den Arbeitnehmer (Schweiz)
Ein korrektes Kündigungsschreiben für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihr Arbeitsverhältnis in der Schweiz beenden möchten. Die Doxuno-Vorlage berücksichtigt die gesetzlichen Fristen nach OR Art. 335c, erinnert an das qualifizierte Arbeitszeugnis (OR Art. 330a), an die Abrechnung offener Guthaben und die fortbestehende Geheimhaltungspflicht. Professionell, höflich und in wenigen Minuten bereit.
sehr geehrte/r Herr Müller, Personalleiter,
hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als Software-Entwicklerin bei der Digital Solutions AG, bestehend seit dem 1. September 2022, ordentlich und fristgerecht unter Einhaltung der Frist von einem Monat gestützt auf OR Art. 335 ff. auf den 31. Mai 2026.
Für die bisherige Zusammenarbeit, die wertvollen Erfahrungen und die kollegiale Atmosphäre bedanke ich mich herzlich. Ich wünsche der Digital Solutions AG und dem gesamten Team weiterhin alles Gute und viel Erfolg.
Was ist eine Kündigung durch den Arbeitnehmer?
Die arbeitnehmerseitige Kündigung ist die einseitige Erklärung der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu beenden. Rechtsgrundlagen sind OR Art. 335 (Grundsatz der freien Kündigung für beide Parteien), OR Art. 335a (gleiche Fristen für beide) und OR Art. 335c (gesetzliche Fristen). Für den Arbeitnehmer gelten dieselben Fristen wie für den Arbeitgeber — eine Besserstellung oder Schlechterstellung wäre unwirksam.
In der Schweizer Praxis wird die Kündigung schriftlich per Einschreiben oder persönlich gegen Empfangsbestätigung zugestellt. Der Zeitpunkt des Zugangs beim Arbeitgeber ist entscheidend, nicht der Versanddatum (BGE 118 II 42). Die Kündigung muss eindeutig und unbedingt sein — mehrdeutige Formulierungen oder Bedingungen ("falls Sie mein Gesuch ablehnen, kündige ich") sind unwirksam.
Die ordentliche Kündigung ist grundsätzlich ohne Angabe von Gründen möglich. Die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund (OR Art. 337) ist auch für Arbeitnehmende möglich, wenn dem Arbeitnehmer die Fortsetzung nach Treu und Glauben nicht mehr zumutbar ist (nicht ausbezahlte Löhne, Mobbing, grobe Persönlichkeitsverletzung, Nichteinhaltung zwingender Schutzvorschriften). Die Hürde ist aber sehr hoch; bei ungerechtfertigter fristloser Kündigung schuldet der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber unter Umständen Schadenersatz (OR Art. 337d).
Was diese Vorlage abdeckt
Alle Bestandteile eines korrekten Kündigungsschreibens durch den Arbeitnehmer.
Briefkopf Arbeitnehmer
Ihr Name, Adresse, Telefon, E-Mail und Ort/Datum
Empfänger und Versandart
Arbeitgeber, z. H. Vorgesetzte, Einschreiben oder persönlich
Kündigungsart
Ordentlich oder fristlos aus wichtigem Grund (OR Art. 337)
Bezugnahme auf Vertrag
Anstellungsdatum, Funktion und Vertragseckdaten
Kündigungsfrist
7 Tage Probezeit, 1/2/3 Monate nach OR Art. 335c
Letzter Arbeitstag
Klare Angabe des Austrittsdatums
Grund (optional)
Berufliche Neuorientierung, persönliche Gründe, Umzug, wichtiger Grund
Dank und Würdigung
Höfliche Anerkennung der bisherigen Zusammenarbeit
Arbeitszeugnis einfordern
Ausdrücklicher Anspruch nach OR Art. 330a
Guthaben und Überstunden
Hinweis auf Abrechnung von Ferien- und Überstundenguthaben
Rückgabe und Übergabe
Zusicherung geordneter Übergabe und Rückgabe von Arbeitsmitteln
Schlussgruss
Professioneller Abschluss mit eigenhändiger Unterschrift
So erstellen Sie Ihr Kündigungsschreiben
In fünf Schritten zu einem professionellen Kündigungsschreiben.
- 1
Absender- und Empfängerdaten
Tragen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie die vollständigen Angaben des Arbeitgebers ein. Wenn Sie die Kündigung an eine bestimmte Person richten (z. B. Vorgesetzte, HR-Leitung), vermerken Sie dies mit "z. Hd.".
- 2
Vertragseckdaten und Kündigungsart
Erfassen Sie Ihr Anstellungsdatum und Ihre Funktion. Wählen Sie zwischen ordentlicher Kündigung und fristloser Kündigung aus wichtigem Grund (OR Art. 337). Für letztere müssen tatsächlich objektive wichtige Gründe vorliegen.
- 3
Kündigungsfrist und letzter Arbeitstag
Wählen Sie die Frist: 7 Tage während der Probezeit, oder 1/2/3 Monate je nach Dienstjahren (OR Art. 335c). Die Kündigung erfolgt zwingend auf ein Monatsende. Rechnen Sie sorgfältig — ein Tag zu spät verschiebt den Austritt um einen ganzen Monat.
- 4
Grund, Dank und Guthaben
Geben Sie optional einen Grund an (berufliche Neuorientierung, Umzug, persönliche Gründe). Würdigen Sie die bisherige Zusammenarbeit höflich. Fordern Sie ausdrücklich das qualifizierte Arbeitszeugnis ein (OR Art. 330a) und bitten Sie um Abrechnung der Ferien- und Überstundenguthaben.
- 5
Versand per Einschreiben
Laden Sie das PDF herunter und unterzeichnen Sie es eigenhändig. Versenden Sie die Kündigung per Einschreiben oder übergeben Sie sie persönlich gegen Empfangsbestätigung. Bewahren Sie die Versandbelege auf — der Zugang beim Arbeitgeber ist das entscheidende Datum.
Rechtliche Hinweise nach Schweizer Recht
Beim eigenen Austritt sollten Arbeitnehmende einige Schweizer Besonderheiten kennen.
Diese Vorlage dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei geplanter fristloser Kündigung, bei ausstehenden Lohnansprüchen oder Verdacht auf mobbing-ähnliche Verhältnisse empfehlen wir dringend eine Beratung (z. B. bei der zuständigen Gewerkschaft, beim Rechtsdienst Arbeitsrecht oder einer Fachanwältin).
Geprüft nach Schweizer Recht (OR Art. 335–337, 330a, AVIG)
Kündigungsfrist auf Monatsende (OR Art. 335c)
Die ordentliche Kündigung ist auf das Ende eines Monats auszusprechen. Gesetzliche Fristen: 1 Monat im 1. Dienstjahr, 2 Monate vom 2.–9. Dienstjahr, 3 Monate ab dem 10. Dienstjahr. Damit eine 1-monatige Kündigung per 30. Juni wirksam ist, muss sie spätestens am 31. Mai beim Arbeitgeber eingehen — der Zugang, nicht der Versand ist entscheidend. Zusätzliche Tage der Abwesenheit des Arbeitgebers (Ferien, Abwesenheit vom Postfach) können die Kündigung in den nächsten Monat schieben.
Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund (OR Art. 337)
Auch der Arbeitnehmer kann fristlos kündigen, wenn dem Arbeitnehmer die Fortsetzung nach Treu und Glauben nicht zugemutet werden kann — etwa bei wiederholter Nichtzahlung des Lohns (nach Mahnung), bei massivem Mobbing oder bei grober Verletzung der Persönlichkeitsschutzpflicht (OR Art. 328). Die Hürde ist hoch; eine zu Unrecht ausgesprochene fristlose Kündigung kann zu Schadenersatzpflicht führen (OR Art. 337d — 1/4 des Monatslohns zuzüglich weiterer Schaden). Vorbehalt: bei Nichtzahlung des Lohns ist Mahnung mit angemessener Nachfrist zwingend (OR Art. 82 i. V. m. 337).
RAV-Anmeldung und Arbeitslosenversicherung
Nach AVIG Art. 10 müssen sich Arbeitnehmende bei drohender Arbeitslosigkeit unverzüglich beim RAV anmelden, spätestens jedoch am ersten Tag ohne Anstellung. Bei Selbstkündigung ohne zureichenden Grund verhängt die ALV in der Regel Einstelltage (AVIG Art. 44 Abs. 1 lit. a) — typischerweise 31 bis 60 Taggelder. Liegen dagegen nachweisbare triftige Gründe vor (Mobbing, Krankheit, gesundheitliche Gründe), kann die Einstellung entfallen.
Geheimhaltung und Konkurrenzverbot nach Austritt
Die gesetzliche Geheimhaltungspflicht nach OR Art. 321a Abs. 4 besteht auch nach Ende des Arbeitsverhältnisses unverändert fort, soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen des Arbeitgebers erforderlich ist. Ein vertraglich vereinbartes nachvertragliches Konkurrenzverbot (OR Art. 340 ff.) bleibt grundsätzlich bestehen — es entfällt jedoch nach OR Art. 340c Abs. 2, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer begründeten Anlass zur Kündigung gegeben hat.
Häufige Fragen
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