Kostenlose Vorlage: Bürgschaft nach Schweizer Obligationenrecht
Die Bürgschaft ist eine der strengsten Sicherungsformen im Schweizer Recht — sie verpflichtet den Bürgen, für eine fremde Schuld einzustehen. Die Doxuno-Vorlage unterstützt einfache Bürgschaft und Solidarbürgschaft, berücksichtigt die zwingenden Formvorschriften (OR Art. 493), die Zustimmung des Ehegatten (OR Art. 494) und den Rückgriff des Bürgen (OR Art. 507). Wichtig: Bürgschaften natürlicher Personen ab CHF 2’000 bedürfen der öffentlichen Beurkundung.
Hauptschuld:
Darlehensvertrag vom 15. Januar 2026 zwischen der Zürcher Kantonalbank und Hans Müller über einen Betrag von CHF 100’000 (Vertragsnummer 2026-1234), Verwendungszweck: Finanzierung der Geschäftsausstattung
Der Bürge bestätigt, vom Inhalt der zugrunde liegenden Verbindlichkeit Kenntnis genommen zu haben und diese in vollem Umfang zu kennen.
Bei der einfachen Bürgschaft kann der Bürge die Befriedigung des Gläubigers verweigern, solange nicht gegen den Hauptschuldner Betreibung angehoben und erfolglos durchgeführt oder sein Konkurs eröffnet worden ist (Einrede der Vorausklage, OR Art. 495 Abs. 1).
Der Betrag ist in Schweizer Franken (CHF) geschuldet und am Sitz des Gläubigers zu leisten.
Das vorliegende Dokument dient als inhaltliche Grundlage für die erforderliche notarielle Beurkundung. Änderungen der wesentlichen Vertragsbestandteile, insbesondere eine Erhöhung des Höchstbetrags, bedürfen derselben Form.
• Einreden des Hauptschuldners (OR Art. 502) — der Bürge kann alle Einreden geltend machen, die dem Hauptschuldner zustehen; auf die Einrede der Verjährung kann er nicht verzichten;
• Regressrecht und Subrogation (OR Art. 507) — nach Befriedigung des Gläubigers tritt der Bürge im entsprechenden Umfang in dessen Rechte ein;
• Auskunftsrecht (OR Art. 505 Abs. 2) — der Bürge kann vom Gläubiger jederzeit Auskunft über den Stand der Hauptschuld verlangen;
• Rechte bei Preisgabe von Sicherheiten (OR Art. 503) — gibt der Gläubiger bestehende Sicherheiten ohne Zustimmung des Bürgen preis, so wird der Bürge im Umfang der preisgegebenen Sicherheit von seiner Haftung befreit.
• wesentliche Verschlechterungen der Vermögenslage des Hauptschuldners, soweit sie ihm bekannt sind;
• Verzug des Hauptschuldners mit der Erfüllung seiner Verpflichtungen;
• die Einleitung von Betreibungs- oder Konkursverfahren gegen den Hauptschuldner;
• Änderungen der Hauptschuld, welche den Umfang der Bürgschaft beeinflussen könnten.
Unabhängig davon hat der Gläubiger dem Bürgen auf dessen Verlangen jederzeit über den Stand der Hauptschuld Auskunft zu erteilen (OR Art. 505 Abs. 2).
• mit dem Untergang der Hauptschuld durch Erfüllung, Verrechnung oder sonstige Tilgung (OR Art. 509 Abs. 1);
• durch Verzicht des Gläubigers auf die Bürgschaft;
• nach Ablauf der vereinbarten Dauer, sofern befristet;
• durch Kündigung nach OR Art. 510 bei unbefristeter Bürgschaft;
• im Umfang, in welchem der Gläubiger ohne Zustimmung des Bürgen Sicherheiten des Hauptschuldners preisgibt (OR Art. 503).
Bei der Bürgschaft einer natürlichen Person tritt die Befreiung in den Fällen von OR Art. 509 Abs. 3 zusätzlich nach zwanzig Jahren ein, soweit sie nicht durch ausdrückliche Erklärung des Bürgen für weitere zehn Jahre verlängert wird.
• Vertragszinsen und Verzugszinsen bis zum Verfalltag sowie ein Jahreszins;
• angemessene Betreibungs- und Prozesskosten;
• Schadenersatzansprüche des Gläubigers aus der Nichterfüllung der Hauptschuld.
Die Haftung des Bürgen für Haupt- und Nebenforderungen übersteigt in keinem Fall den vereinbarten Höchstbetrag.
Maria Weber erteilt mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung die erforderliche Zustimmung zum Abschluss dieser Bürgschaft.
Eine Erhöhung des Bürgschaftsbetrags oder wesentliche Änderungen der Hauptschuld, welche die Haftung des Bürgen erweitern, bedürfen bei natürlichen Personen und einem Höchstbetrag über CHF 2'000 zusätzlich der öffentlichen Beurkundung nach OR Art. 493 Abs. 2.
(b) Anwendbares Recht: Diese Vereinbarung untersteht ausschliesslich schweizerischem Recht, insbesondere den Bestimmungen über die Bürgschaft nach OR Art. 492–512.
(c) Gerichtsstand: Ausschliesslicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung ist Zürich (ZPO Art. 17 — vertraglicher Gerichtsstand). Die zwingenden Gerichtsstände zugunsten natürlicher Personen (insbesondere ZPO Art. 35) bleiben vorbehalten.
(d) Ausfertigung: Diese Vereinbarung wird in drei (3) gleichlautenden Ausfertigungen erstellt. Jede Partei erhält ein unterzeichnetes Exemplar.
Was ist eine Bürgschaft?
Die Bürgschaft ist ein Vertrag, durch den sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger des Hauptschuldners verpflichtet, für die Erfüllung einer fremden Schuld einzustehen (OR Art. 492 Abs. 1). Sie ist akzessorisch: Sie setzt eine gültige Hauptschuld voraus, folgt dieser in Umfang und Bestand, und erlischt mit der Hauptschuld. Typische Anwendungsfälle sind Mietkautionen, Bankkredite, Lieferantenbürgschaften, Mieterbürgschaften durch Eltern und Geschäftskredite von KMU, bei denen Geschäftsführer persönlich bürgen.
Das Schweizer Recht unterscheidet drei Hauptarten. Die einfache Bürgschaft (OR Art. 495) ist subsidiär: Der Bürge kann die Einrede der Vorausklage erheben — der Gläubiger muss zuerst gegen den Hauptschuldner vorgehen. Die Solidarbürgschaft (OR Art. 496) erlaubt dem Gläubiger, den Bürgen bereits bei Zahlungsverzug des Hauptschuldners direkt in Anspruch zu nehmen. Die Mitbürgschaft (OR Art. 497) bindet mehrere Bürgen, die solidarisch oder nach Anteilen haften können.
Die Bürgschaft ist im Schweizer Recht stark konsumentenschutzorientiert ausgestaltet: Bürgschaften natürlicher Personen über CHF 2’000 bedürfen der öffentlichen Beurkundung (OR Art. 493 Abs. 2); bei verheirateten Personen ist zudem die schriftliche Zustimmung des Ehegatten erforderlich (OR Art. 494). Der Höchstbetrag muss zwingend angegeben werden (OR Art. 493 Abs. 1). Verletzungen dieser Formvorschriften führen zur Nichtigkeit — daher ist die Bürgschaft ein Bereich, in dem Formstrenge entscheidend ist.
Was diese Vorlage abdeckt
Die Doxuno-Vorlage deckt die zwingenden Elemente einer Bürgschaft nach OR Art. 492 ff. ab und ergänzt optionale Schutzklauseln.
Parteien (Gläubiger, Hauptschuldner, Bürge)
Vollständige Angaben zu allen drei Beteiligten
Hauptschuld
Präzise Bezeichnung der gesicherten Verpflichtung
Art der Bürgschaft
Einfache Bürgschaft (OR Art. 495) oder Solidarbürgschaft (OR Art. 496)
Höchstbetrag in CHF
Zwingende Angabe nach OR Art. 493 Abs. 1
Umfang der Haftung
Hauptforderung, Zinsen, Kosten nach OR Art. 499
Nebenleistungen
Einschluss oder Ausschluss von Vertragszinsen und Folgekosten
Ehegattenzustimmung
Schriftliche Zustimmung nach OR Art. 494 bei verheirateten Bürgen
Dauer der Bürgschaft
Befristet oder unbefristet mit Kündigungsrecht
Kündigung und Erlöschen
Regelungen nach OR Art. 509 ff.
Einreden des Bürgen
Akzessorietät — alle Einreden des Hauptschuldners stehen dem Bürgen zu
Rückgriff des Bürgen
Subrogation und Regress nach OR Art. 507
Gerichtsstand und Schriftform
Formvorschriften und Ausfertigung
So erstellen Sie Ihre Bürgschaftserklärung
Die Doxuno-Vorlage führt Sie durch die zwingenden und optionalen Elemente einer Schweizer Bürgschaft.
- 1
Erfassen Sie die drei Parteien
Geben Sie Name, Adresse und Geburtsdatum von Gläubiger, Hauptschuldner und Bürge vollständig an. Bei juristischen Personen auch UID-Nummer und Ansprechperson. Die vollständige Identifikation aller Beteiligten ist für die Wirksamkeit zentral.
- 2
Beschreiben Sie die Hauptschuld
Formulieren Sie die Hauptschuld präzise: Datum und Bezeichnung des Hauptvertrags (Kreditvertrag, Mietvertrag, Lieferantenvertrag), Betrag der Hauptforderung und Fälligkeit. Die Bürgschaft ist akzessorisch — sie setzt eine gültige Hauptschuld voraus.
- 3
Wählen Sie die Bürgschaftsart und den Höchstbetrag
Einfache Bürgschaft (mit Einrede der Vorausklage, Standard bei Privatpersonen) oder Solidarbürgschaft (direkte Haftung, im B2B-Umfeld üblich). Tragen Sie den Höchstbetrag in CHF ein — diese Angabe ist zwingend (OR Art. 493 Abs. 1).
- 4
Ergänzen Sie Dauer, Ehegattenzustimmung und Umfang
Bestimmen Sie die Laufzeit (befristet / unbefristet mit Kündigungsmöglichkeit). Bei verheirateten Bürgen fügen Sie die Zustimmungserklärung des Ehegatten bei (OR Art. 494). Legen Sie fest, welche Nebenleistungen (Zinsen, Kosten, Konventionalstrafen) erfasst sind.
- 5
Formvorschriften einhalten
Bei natürlichen Personen mit Höchstbetrag ab CHF 2’000 ist die öffentliche Beurkundung zwingend (OR Art. 493 Abs. 2) — die Doxuno-Vorlage dient dann als Entwurf für den Notar. Unter CHF 2’000 bzw. bei juristischen Personen genügt die Schriftform mit Eigenhandunterschrift des Bürgen und der Angabe des Höchstbetrags in Worten.
Rechtliche Hinweise nach Schweizer Recht
Die Bürgschaft ist einer der formstrengsten Verträge im Schweizer Recht. Formverstösse führen zur Nichtigkeit — die folgenden Punkte sollten daher besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Diese Vorlage dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei Bürgschaften natürlicher Personen ab CHF 2’000 ist die öffentliche Beurkundung durch einen Notar zwingend — die Vorlage dient in diesem Fall nur als Entwurf. Bei hohen Beträgen, komplexen Kreditstrukturen oder Bürgschaften im Konzernverhältnis empfehlen wir anwaltliche Beratung.
Geprüft nach Schweizer Recht (OR Art. 492–512, ZGB, ZPO)
Formvorschriften (OR Art. 493)
Die Bürgschaft bedarf zu ihrer Gültigkeit der Schriftform; der Höchstbetrag ist eigenhändig vom Bürgen anzugeben (OR Art. 493 Abs. 1). Bei natürlichen Personen, deren Bürgschaftserklärung auf mehr als CHF 2’000 lautet, ist zusätzlich die öffentliche Beurkundung zwingend (OR Art. 493 Abs. 2). Juristische Personen sind vom Beurkundungserfordernis ausgenommen (OR Art. 493 Abs. 6). Formverstösse führen zur Nichtigkeit der Bürgschaft — sie entsteht dann nicht und es kann auch nicht im Nachhinein geheilt werden.
Zustimmung des Ehegatten (OR Art. 494)
Ist der Bürge verheiratet, so bedarf die Gültigkeit der Bürgschaft der gleichzeitigen oder vorgängigen schriftlichen Zustimmung des Ehegatten (OR Art. 494 Abs. 1). Dies gilt nicht bei gerichtlich getrennten Ehegatten und nicht, wenn der Bürge die Bürgschaft als Geschäftsführer einer im Handelsregister eingetragenen juristischen Person oder als Gesellschafter einer Kollektiv-/Kommanditgesellschaft für deren Schulden eingeht (OR Art. 494 Abs. 3). Bei eingetragenen Partnerschaften gilt die Regelung sinngemäss.
Einreden und Akzessorietät (OR Art. 502)
Der Bürge kann alle Einreden erheben, die dem Hauptschuldner gegen die Forderung zustehen (OR Art. 502 Abs. 1) — dazu zählen Einreden der Nichtigkeit, der Verjährung, der Anfechtung wegen Willensmängeln, der Erfüllung, der Aufrechnung oder des Erlasses. Der Hauptschuldner kann diese Einreden dem Bürgen nicht durch Verzicht entziehen. Verliert die Hauptforderung ihre Durchsetzbarkeit (z. B. durch Zahlungsvereinbarung oder Stundung), wirkt dies auch zugunsten des Bürgen. Die Akzessorietät ist ein zentraler Schutzmechanismus der Bürgschaft.
Rückgriff und Subrogation (OR Art. 507)
Zahlt der Bürge, tritt er insoweit in die Rechte des Gläubigers gegen den Hauptschuldner ein (OR Art. 507 Abs. 1). Er erhält automatisch die Sicherheiten, die für die Hauptforderung bestellt wurden (Pfandrechte, andere Bürgschaften). Der Rückgriffsanspruch ist eine eigenständige Forderung des Bürgen gegen den Hauptschuldner und verjährt nach OR Art. 127 binnen 10 Jahren. Der Gläubiger ist verpflichtet, dem zahlenden Bürgen die Beweisurkunden und alle für den Rückgriff nötigen Auskünfte herauszugeben (OR Art. 507 Abs. 4).
Häufige Fragen
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