Österreichischer Arbeitsvertrag — Kostenlose Vorlage
Erstellen Sie einen rechtssicheren Arbeitsvertrag nach österreichischem Recht — konform mit dem Angestelltengesetz (AngG) und ABGB §§ 1151 ff. Die Vorlage deckt Probemonat, Kündigungsfristen, Sonderzahlungen und Kollektivvertrag-Verweis ab. In wenigen Minuten fertig, als PDF herunterladbar — für Österreich konzipiert.
Dienstort ist Wien. Der Dienstgeber ist berechtigt, im Rahmen der Verkehrsüblichkeit und unter Beachtung der berechtigten Interessen des/der Dienstnehmers/in eine Versetzung an einen anderen Dienstort vorzunehmen, sofern dies betrieblich erforderlich ist.
Die Auszahlung erfolgt jeweils am Ende des Monats auf das vom/von der Dienstnehmer/in bekanntgegebene Konto. Vom Bruttoentgelt werden die gesetzlichen Abzüge (Sozialversicherungsbeiträge nach ASVG, Lohnsteuer nach EStG, Beiträge zur betrieblichen Vorsorge gemäß BMSVG) einbehalten. Der/die Dienstnehmer/in erhält monatlich eine ordnungsgemäße Lohn-/Gehaltsabrechnung.
Der Kollektivvertrag (KV) findet im Sinne des § 3 ArbVG (Günstigkeitsprinzip) Anwendung; günstigere kollektivvertragliche Bestimmungen gehen einzelvertraglichen Regelungen vor.
Die Erkrankung ist unverzüglich zu melden; eine ärztliche Bestätigung ist auf Verlangen vorzulegen (AngG §8 Abs 8).
(a) Kündigung durch den Dienstgeber (§ 20 AngG): Mindestens 6 Wochen, jeweils zum Quartalsende. Die Kündigungsfrist verlängert sich nach vollendetem 2. Dienstjahr auf 2 Monate, nach vollendetem 5. Dienstjahr auf 3 Monate, nach vollendetem 15. Dienstjahr auf 4 Monate und nach vollendetem 25. Dienstjahr auf 5 Monate. Eine Kündigung zum 15. oder Letzten eines Monats kann einzelvertraglich vereinbart werden.
(b) Kündigung durch den Dienstnehmer (§ 20 Abs 2 AngG): 1 Monat zum Letzten eines Kalendermonats. Eine längere Kündigungsfrist kann vereinbart werden, sofern sie jene des Dienstgebers nicht überschreitet.
Die Kündigung bedarf der Schriftform; sie muss der Gegenpartei nachweislich zugehen. Vorbehalten bleiben die einvernehmliche Auflösung sowie die berechtigte Entlassung (AngG §27) bzw. der berechtigte vorzeitige Austritt (AngG §26).
Die Verletzung dieser Pflicht berechtigt den Dienstgeber zur Entlassung sowie zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen (§ 27 Z 1 AngG).
Eine über diesen Zweck hinausgehende Datenverarbeitung — insbesondere die Veröffentlichung personenbezogener Daten oder Bilder — bedarf der ausdrücklichen Einwilligung (Art. 7 DSGVO). Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrechte (Art. 15-17 DSGVO) werden vom Dienstgeber gewährleistet.
(b) Salvatorische Klausel: Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrags unwirksam oder undurchführbar sein, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon nicht berührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt jene wirksame Regelung, die dem mit der unwirksamen Bestimmung verfolgten wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.
(c) Anwendbarer Kollektivvertrag: Soweit nichts anderes vereinbart ist und der Dienstgeber Mitglied einer kollektivvertragsfähigen Berufsvereinigung ist, geht der einschlägige Kollektivvertrag den Bestimmungen dieses Einzelvertrags im Sinne des § 3 ArbVG vor, sofern er für den/die Dienstnehmer/in günstiger ist.
(e) Ausfertigung: Dieser Vertrag wird in zwei gleichlautenden Exemplaren ausgefertigt; jede Vertragspartei erhält ein Original.
Was ist ein österreichischer Arbeitsvertrag?
Ein Arbeitsvertrag begründet ein Dienstverhältnis zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer. In Österreich richtet sich das Arbeitsverhältnis primär nach dem Angestelltengesetz (AngG) für Angestellte bzw. nach ABGB §§ 1151 ff. für gewerbliche Arbeitnehmer. Der Vertrag muss nicht zwingend schriftlich abgeschlossen werden, ein schriftlicher Dienstzettel ist jedoch gesetzlich vorgeschrieben (§ 2 AVRAG). Die wesentlichen Vertragsinhalte — Beginn, Entgelt, Arbeitszeit und Verwendung — müssen innerhalb eines Monats nach Dienstantritt dokumentiert werden.
Österreichische Arbeitsverträge unterliegen dem Günstigkeitsprinzip: Individualvertragliche Vereinbarungen dürfen zwingende gesetzliche Mindeststandards und kollektivvertragliche Regelungen nicht unterschreiten. Der anwendbare Kollektivvertrag (KV) ist im Vertrag zu nennen (§ 3 ArbVG). Kollektivverträge werden zwischen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und den Gewerkschaften ausgehandelt und gelten branchenspezifisch für nahezu alle Beschäftigungsverhältnisse in Österreich.
In Österreich ist die ASVG-Anmeldung des Dienstnehmers vor Arbeitsantritt verpflichtend — Verstöße sind mit empfindlichen Verwaltungsstrafen bedroht. Der Probemonat gemäß § 19 Abs 2 AngG erlaubt eine jederzeitige Auflösung ohne Angabe von Gründen. Nach Ende der Probezeit gelten die österreichischen Kündigungsfristen nach § 20 AngG (sechs Wochen bis fünf Monate), die sich nach Dienstjahren richten. Der Urlaubsanspruch beträgt nach UrlG § 2 mindestens fünf Wochen, nach 25 Dienstjahren sechs Wochen — österreichweit bindend.
Was diese Vorlage enthält
Die österreichische Arbeitsvertrag-Vorlage umfasst alle gesetzlich und praktisch erforderlichen Regelungsbereiche eines rechtskonformen Dienstverhältnisses.
Vertragsparteien
Vollständige Angaben zu Dienstgeber und Dienstnehmer inkl. Firmenbuchnummer, Adresse und Geburtsdatum.
Beginn und Probezeit
Dienstbeginn und Probemonat gemäß § 19 Abs 2 AngG — jederzeitige Auflösung ohne Angabe von Gründen.
Verwendung und Aufgaben
Stellenbezeichnung, Tätigkeitsbeschreibung und Zuweisung zu Abteilung oder Standort.
Entgelt und Sonderzahlungen
Monatsbruttogehalt, 13. und 14. Bezug (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) gemäß Kollektivvertrag.
Kollektivvertrag-Verweis
Angabe des anwendbaren Kollektivvertrags nach § 3 ArbVG — Grundlage aller Mindeststandards.
Arbeitszeit
Wöchentliche Normalarbeitszeit (max. 40 Stunden nach AZG), Lage, Überstundenregelung.
Urlaubsanspruch
Gesetzlicher Mindesturlaub nach UrlG § 2 (5 Wochen, ab 25 Dienstjahren 6 Wochen) und Konsumationsregelung.
Kündigungsfristen
Fristen nach § 20 AngG (6 Wochen bis 5 Monate je nach Dienstjahren), Kündigungstermine zum Quartalsende.
Konkurrenzklausel
Optionale Wettbewerbsbeschränkung nach §§ 36–37 AngG — nur wirksam bei Entgelt über ca. 4.065 EUR/Monat (2026).
Entgeltfortzahlung im Krankenfall
Regelung nach § 8 AngG: 6–12 Wochen volle, danach halbe Fortzahlung je nach Dienstjahren.
ASVG-Pflichtversicherung
Hinweis auf ASVG-Anmeldepflicht vor Dienstantritt und Sozialversicherungsabzüge.
Abfertigungsrecht
Abfertigung Neu (BMSVG) oder Abfertigung Alt (§§ 23, 23a AngG) je nach Eintrittsdatum.
So erstellen Sie Ihren österreichischen Arbeitsvertrag
Folgen Sie diesen Schritten, um einen vollständigen und rechtskonformen Arbeitsvertrag nach österreichischem Recht zu erstellen.
- 1
Vertragsparteien eintragen
Tragen Sie Name, Adresse und — beim Dienstgeber — die Firmenbuchnummer ein. Beim Dienstnehmer: Geburtsdatum und SVNR für die spätere ASVG-Anmeldung.
- 2
Tätigkeit und Entgelt festlegen
Bestimmen Sie Stellenbezeichnung, Aufgabenbereich, Monatsbruttogehalt und Sonderzahlungen. Prüfen Sie das KV-Mindestgehalt der zutreffenden Berufsgruppe via WKÖ oder AK.
- 3
Arbeitszeit und Urlaub ausfüllen
Geben Sie die wöchentliche Normalarbeitszeit, Überstundenregelung und den Urlaubsanspruch nach UrlG an. Verweisen Sie auf den anwendbaren Kollektivvertrag.
- 4
Optionale Klauseln prüfen
Entscheiden Sie, ob eine Konkurrenzklausel (§§ 36–37 AngG), eine Verschwiegenheitsklausel oder eine Homeoffice-Regelung nach dem österreichischen Homeoffice-Gesetz aufgenommen werden soll.
- 5
Unterzeichnen und ASVG-Anmeldung
Vertrag von beiden Parteien unterzeichnen lassen, je eine Ausfertigung aushändigen und den Dienstnehmer vor Dienstantritt über das ASVG beim zuständigen Krankenversicherungsträger anmelden.
Rechtliche Hinweise
Österreichische Arbeitsverträge sind in ein dichtes Netz aus Gesetzen, Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen eingebettet. Die wichtigsten Aspekte im Überblick.
Diese Vorlage dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung wenden Sie sich an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder die Arbeiterkammer in Österreich.
Geprüft für österreichisches Recht
AngG, ABGB und Kollektivvertrag
Das österreichische Angestelltengesetz (AngG) ist die zentrale Rechtsquelle für Angestelltenverhältnisse in Österreich. Arbeiter unterliegen den §§ 1151 ff. ABGB. In beiden Fällen gilt das Günstigkeitsprinzip: Der individuelle Arbeitsvertrag darf gesetzliche und kollektivvertragliche Mindeststandards nicht unterschreiten. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaften schließen branchenspezifische Kollektivverträge ab, die österreichweit verbindlich sind.
Kündigungsschutz und besondere Schutznormen
Österreichisches Recht kennt zahlreiche besondere Kündigungsschutznormen: Schwangere und Mütter sind durch das MSchG geschützt, Väter durch das VKG, Menschen mit Behinderung durch das BEinstG. Eine Kündigung kann beim Arbeits- und Sozialgericht (ASG) angefochten werden, wenn sie sozialwidrig ist (§ 105 ArbVG) oder gegen das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) verstößt. Der Betriebsrat ist vor jeder Kündigung zu informieren (§ 105 ArbVG).
ASVG-Anmeldung und Lohnnebenkosten
In Österreich ist der Dienstgeber verpflichtet, den Dienstnehmer vor dem ersten Arbeitstag über das österreichische Sozialversicherungssystem (ASVG) beim zuständigen Krankenversicherungsträger anzumelden. Die Gesamtbelastung aus Dienstnehmer- und Dienstgeberanteilen beträgt rund 38–40 % des Bruttolohns. Lohnsteuer, Kommunalsteuer und Dienstgeberbeitrag zum FLAF kommen hinzu. Die Arbeiterkammer Österreich (AK) berät Arbeitnehmer kostenlos zu allen Lohnfragen.
Abfertigung Alt und Neu
Dienstnehmer, die vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, haben Anspruch auf Abfertigung Alt nach §§ 23, 23a AngG (bei Kündigung durch den Dienstgeber oder bei qualifizierter Eigenkündigung). Für Eintritte ab 1. Januar 2003 gilt die Abfertigung Neu nach dem BMSVG: Der Dienstgeber zahlt 1,53 % des Bruttolohns in eine betriebliche Vorsorgekasse ein. Österreichweit sind beide Systeme parallel in Kraft, je nach Eintrittsdatum.
Häufig gestellte Fragen
Jetzt Ihren österreichischen Arbeitsvertrag erstellen
Nutzen Sie unsere kostenlose Vorlage, um in wenigen Minuten einen rechtskonformen Arbeitsvertrag nach österreichischem Recht zu erstellen. Daten eingeben, Vorschau prüfen, als PDF herunterladen.
Kostenlos · Sofort PDF · Kein Konto erforderlich